#GemeindebriefStBonifatius
st-bonifatius-funcity.de
994. Gemeindebrief
12. November 2017
Lesejahr A -jk-
>>ISSN 1611-9177<<
Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius in funcity.de,

mein angeborener Wunsch zu helfen, meine Erziehung und meine christliche Grundhaltung lassen mich bei diesem Text immer wütend werden. Jetzt erst war Sankt Martin. Er hat ohne Wenn und Aber seinen Mantel geteilt. Hier: Von Nächstenliebe keine Spur. Ich finde das Verhalten egoistisch und ja, ich will mich da jetzt erst drüber aufregen. Der Versuch mich in die klugen Frauen hineinzuversetzen scheitert beim ersten Mal. Mein Wunsch zu Helfen bricht sich die Bahn und versucht die logischen Argumente der klugen Jungfrauen mit Sätzen wie: „Es reicht doch bestimmt für alle.“, „Es kann ja mal passieren, dass man was vergisst.“, „Man soll teilen.“ auszuhebeln. So komme ich nicht weiter und stelle die Arbeit am Gemeindebrief ein, um dann nach einiger Zeit mit einer latent mitschwingenden Wut feststellen zu müssen, dass ich mich mit diesem Text noch mal intensiver auseinandersetzen muss.

Nüchtern betrachtet: Pech gehabt. Wenn die törichten Jungfrauen nicht aufpassen, dann müssen sie nun mit den Konsequenzen leben. Selbstbewusst sagen die anderen Jungfrauen Nein und achten damit auf sich. Sag auch mal NEIN. Bernhard von Clairvaix schrieb mal: „Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal. […] Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. […] Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich.“ Dann hat die Klugheit der anderen nichts mit Überheblichkeit gegenüber den anderen Jungfrauen zu tun. Vielmehr mit Selbstfürsorge. Das ist wirkliche Klugheit: Für sich selbst offen sein, vorrausschauen und Glaubensreserven anlegen: Nur so kann ich selbst zu einem Segen für andere werden.

Julia Kühling
RedaktionGemeindebrief

Evangelium: Mt 25, 1-13

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
993. Gemeindebrief
15. November 2017
Lesejahr A -nl-
>>ISSN 1611-9177<<
Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius,

wahrscheinlich kennen Sie den Satz: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Das war mein erster Gedanken-Impuls, als ich den Text des heutigen Evangeliums überflogen hatte. Dort geht es – immer wieder alt und dennoch erschreckend aktuell – um den Zusammenhang zwischen Reden und Tun. Wenn beides zusammenpasst, halten wir einen Menschen für glaubwürdig. Wenn nicht, fängt es an, schwierig zu werden.

Offenbar gibt es solche Menschen nicht nur in unseren Zeiten, sondern immerzu und an allen Orten, wo Menschen zusammenleben. Einige halten sich immer für wichtiger, klüger, besser usw. als andere, nehmen die Nase hoch und denken abschätzig über andere.

Jesus warnt uns, sich auf solch „erhebenden“ Gedanken einzulassen, die schnell Handlungen zur Folge haben können: Keine-r von uns ist Meister, Lehrer oder der Größte. Dieser Platz ist schon besetzt: nämlich durch Gott. Der ist unser Lehrer und kein Anderer. Er ist der Größte.

Damit uns das klarer werden kann, erklärt uns Jesus, was man tun (nicht reden) kann, damit man sich richtigerweise einordnet: Es geht ums Dienen, anderen eine Hilfe sein, Unterstützung sein, Ratschlag gütig geben: Oder einfach schweigender Dabei-Mensch sein. Das kann man lernen, wenn man sich bei Jesus und seinem Vater in die göttliche Lebensschule begibt und aufmerksam mit dem Herzen lernt.

Pharisäer oder Schriftgelehrter sein muss man dazu nicht.

Liebe lernende Grüße
Norbert Lübke
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 25, 23,1-12
Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

992. Gemeindebrief
29. Oktober 2017
Lesejahr A -rg-
>>ISSN 1611-9177<<
Liebe Leserinnen und Leser,

wussten Sie, dass das Herbeiführen einer Überschwemmung nach §313 des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu 10 Jahren bestraft wird?

Zugegeben – es ist sicher nicht das erste Gesetz, das man kennen müsste und es wird vermutlich auch nicht häufig Anwendung finden.

Dieses Gesetz macht aber deutlich, dass es gut ist, für jeden Fall ein Gesetz zu haben. Gesetze, moralische Richtlinien und Lebensregeln sorgen dafür, dass jeder Mensch gut leben kann. Sie sind ja auch keine Erfindung der zivilisierten Neuzeit.

Bereits zu Zeiten des Volkes Israel gab es klare Gesetze. Davon hören wir heute in der ersten Lesung. Hört man genau hin, wird deutlich, dass sie aktueller denn je sind. Also nix mit „die ollen Kamellen!“

Die im Buch Exodus benannten Regeln helfen den Schwächsten der Gesellschaft, die auf Hilfe angewiesen sind, ebenso wie den Starken, die Helfen.

Und mit ein wenig geweitetem Blick passt auch das Evangelium da gut hinein:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Denn das Gebot der Nächstenliebe schließt eigentlich Wucher, Ausnutzen oder jedes andere Menschenverachtende Verhalten kategorisch aus. Und eine Überschwemmung kam damals menschengemacht wohl nicht vor...

In diesem Sinne...

Sonntägliche Grüße

Rainer Gelhot
Redaktion GemeindeBrief

Lesung: Ex 22, 20-26

Lesung zum Sonntag

So spricht der Herr:

Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen. Ihr sollt keine Witwen und Waisen ausnützen. Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren Klageschrei hören. Mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch mit dem Schwert umbringen, so dass eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen werden. Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern. Nimmst von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben; denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.

Evangelium: Mt 22, 34-40

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot.

Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

991. Gemeindebrief
22. Oktober 2017
Lesejahr A -rg-
>>ISSN 1611-9177<<
Liebe Leserinnen und Leser,

„Wer anderen eine Grube gräbt...“
Dieses Sprichwort ist weit verbreitet. Es mahnt jeden, der es hört oder nutzt, anderen Menschen keine Fallen zu stellen und anderen nichts Böses zu wollen. Denn er wird selbst dabei zu Schaden kommen.

Der Ursprung des Sprichworts liegt wohl in der allgemeinen Lebensweisheit der Menschen. Zumindest habe ich keinen klaren „Erfinder“ dieses Wortes ausfindig machen können.

Nicht anders als "Grube grabend" kommen heute die Pharisäer daher. Sie wollen Jesus eine Falle – eben eine Grube – stellen. Damit er stürzt und sie einen Grund haben, ihn endlich zu beseitigen. Die vermeintlich offene Frage soll Jesus das Genick brechen.

Doch Jesus handelt klug und geschickt: Er erkennt die Falle, tappt nicht hinein, antwortet schlau mit einer Gegenfrage aus der Lebenswelt der Pharisäer und rettet sich somit (erstmal). Nebenbei stellt er seine Gegner dabei bloß und sie fallen in die selbst gegrabene Gruben-Falle hinein.

Was heißt das jetzt für mich?

1.) Ich stelle niemandem bewusst eine Falle. Das geht immer schief und ist nicht in Jesu Sinne.

2.) Wenn ich merke, dass ich in eine Falle tappen soll, antworte ich mit Gegenfragen. Die Entscheidung liegt nicht immer bei mir, auch mein Gegenüber kann sich selbst helfen und die Antwort finden.

Dieses Verhalten hilft doppelt leben.

1.) Es braucht keiner Angst haben, dass ich ihm Böses will, um einen eigenen Vorteil zu haben.

2.) Das Gegenüber wird ernst genommen und bleibt Herr und Frau des Settings. Die Allermeisten Antworten liegen ja deutlich sichtbar auf der Hand, ich muss oft nur sehen wollen oder beim Hinschauen helfen. Nichts Anderes macht Jesus immer und immer wieder.

Wenn also die Frage gestellt wird, „Wie gelingt es mir, so zu sein wie Jesus?“ ist eine mögliche Antwort welche?

Denken Sie mal nach und schauen Sie mal hin...

Sonntägliche Grüße

Rainer Gelhot
Redaktion
GemeindeBrief

Evangelium: Mt 22,15-21

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!
990. Gemeindebrief
15. Oktober 2017
Lesejahr A -nl-
>>ISSN 1611-9177<<
Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius,

„Das muss ich noch schnell erledigen, dann komme ich vorbei.“ Oder wie im Lied von Tim Bendzko: „Nur noch schnell die Welt retten, und gleich danach bin ich wieder bei dir.“ Aber dann mach ich das, was ich schon immer vorhatte. Es sei denn, es kommt etwas anderes dazwischen: „Sorry, kann ich nichts dafür, ist so. Was? Ich charakterschwach? Nee! Ich kümmere mich nur um das, was noch schnell gemacht werden muss. Sonst macht das doch keiner!“ Z. B. Mails checken …

Vielleicht kennen Sie so etwas – natürlich nur von anderen!

Um was kümmere ich mich wirklich? Einer Einladung zu einem biblischen Hochzeitsmal folgen (wie im Text des heutigen Evangeliums) oder schnell noch auf den eigenen Acker gehen – oder gar die Diener des Herrn drangsalieren (lesen Sie den biblischen Text!) und mehr.

Die Hochzeitsgesellschaft kommt dann ganz anders zusammen: Leute, die gar nicht auf der Liste standen, werden nun eingeladen, und das Fest geht richtig los für alle, die sich passend angezogen haben. Da ist doch einer, der keine passende Kleidung hat!

Hoffentlich haben Sie im praktischen und übertragenen Sinn die richtige, festliche Kleidung nicht nur im Schrank, sondern auch am Körper.

Falls Sie das Gegenexperiment machen wollen, gehen Sie mit schwarzem Anzug samt Einstecktuch, Lederschuhen und Fliege bei Sonnenschein am Strand entlang – oder alternativ in leichter Badekleidung ins Konzerthaus. Das wird flipp-floppen….

(Sie dürfen gern und selbstverständlich bei entsprechendem Geschmack auch weibliche Accessoires zum langen Schwarzen tragen.)

Auf jeden Fall aber: Lassen Sie die Finger von Ihrem E-Mail-Konto mit den 148 713 Mails. Das schaffen Sie nie, und Bendzko auch nicht! … Und das ewige Hochzeitsmahl zu verpassen? Bei diesem Gastgeber wäre das einfach nur unendlich schade.

Liebe festliche Grüße
Norbert Lübke
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 22,1-14

Evangelium zum Sonntag

Das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl

Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert (eingeladen zu werden). Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

989. Gemeindebrief
08. Oktober 2017
Lesejahr A -rg-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser,

Denken Sie bitte einmal genau nach: Wenn ich Sie frage, welche drei Werte Ihnen die wichtigsten für Ihr Leben sind, welche würden Sie nennen?

Und dann denken Sie bitte nochmals weiter: Wenn einer dieser Werte „Gerechtigkeit“ heißt, was würden Sie empfinden, wenn jemand aus Ihrer Sicht total ungerecht handelt?

Wenn Sie dann noch erfahren, dass der, der total ungerecht handelt (zumindest aus Ihrer Sicht jedenfalls), von sich behauptet Gottes Sohn zu sein, wäre dann bei Ihnen nicht auch mal das sprichwörtliche Maß voll?

Insofern kann ich die Pharisäer, Hohepriester und Schriftgelehrten verstehen. Jesus tritt ihnen immer wieder und mit voller Wucht auf die Füße. Er rüttelt immer und immer wieder an ihren Grundwerten und stellt sie immer und immer wieder in Frage. Damit nimmt er ihnen die Daseinsberechtigung. Das provoziert Streit und Zoff – keine Frage.

So auch im heutigen Evangelium. Mal wieder. Egal, was man aus dem Text an Bildern rauslesen kann oder wofür der Pächter, der Winzer, die Söhne, Knechte und der Besitzer stehen. Jesus versucht die Augen zu öffnen für eine andere Wertevorstellung.

Und was hat das mit mir zu tun? Ich hatte in dieser Woche ein Treffen, wo es um die Frage nach neuen Wegen in der Seelsorge ging. Und wie so oft prallten dort unterschiedliche Denkweisen und Sichtweisen aufeinander. Im Nachklang des Gespräches schaue ich ganz anders auf die heutige Bibelstelle.

Vielleicht braucht es immer wieder Menschen, die meine Werte in Frage stellen, damit ich sie nicht absolut setze. So Aufrüttler, Infrage-Steller, Kopf-Verdreher... So jemanden, wie Jesus.

In diesem Sinne...

Sonntägliche Grüße
Rainer Gelhot
Redaktion
GemeindeBrief

Evangelium: Mt 21,33-44

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?
Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen.
Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.
988. Gemeindebrief
01. Oktober 2017
Lesejahr A -jk-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius in funcity.de,

die Tage bin ich durch die Fußgängerzone gelaufen. Geschäftiges Treiben überall, ich laufe von einem Geschäft zum nächsten, bin auf der Suche nach … ja nach was genau weiß ich eben auch nicht. Irgendwas Neues. So laufe ich von einem Geschäft zum nächsten und merke, dass ich immer unzufriedener werde, weil mir nichts so richtig gefällt. Ich löse mich aus dem Treiben und denke erstmal nach. Was fehlt mir eigentlich?
Eigentlich habe ich alles. Eigentlich habe ich sogar viel zu viel. Viel mehr als ich überhaupt brauche. Und anstatt dankbar dafür zu sein, ertappe ich mich dabei, dass es mich unzufrieden macht und ärgere mich dann über mich selbst. Dann muss ich doch grinsen, weil es so paradox ist. Wie kann man denn bitte unzufrieden sein, wenn man alles hat, was man gerade so braucht? So stehe ich da und denke mir: Ich sollte doch dankbar sein. Schließlich ist der Kleiderschrank voll, ich habe eine tolle Familie und liebe Freunde, die Wohnung ist warm, der Kühlschrank ist ebenfalls gefüllt, die Zusammenarbeit mit Menschen in meinem Beruf trägt Früchte und auch sonst geht’s mir gar nicht schlecht. Klar, besser geht es immer, aber ich habe allen Grund um Danke zu sagen. Nachdem ich also irgendwo zwischen Schuhladen und Brillenstudio in Gedanken die Inventur meines Lebens abgeschlossen habe, kommt mir das Erntedankfest in den Sinn: Wir sagen damit in guter, langer Tradition Danke für die Ernte des Jahres und damit muss nicht nur die Ernte auf dem Feld gemeint sein, sondern kann auch die Früchte meinen, die wir im übertragenen Sinne in unserem Leben ernten dürfen. Es geht nicht um ein einfaches Hinnehmen, dass etwas gut geworden ist, sondern darum dafür dankbar sein zu können.
Dann lächle ich und bin dankbar für meine ganz eigene Ernte.

Herzliche Grüße und Einladung zum ganz persönlichen Erntedankfest, Julia Kühling
RedaktionGemeindebrief

P.S. In der neuen Ausgabe der Einheitsübersetzung hat sich in die Bibelstelle vom heutigen Sonntag ein Fehler eingeschlichen. Vielleicht bemerkt der ein oder andere den Fehler.

Evangelium: Mt 21,28-32

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.
987. Gemeindebrief
24. September 2017
Lesejahr A -nl-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius,

die im Evangelium beschriebene Verhaltensweise würde man dem Gutsherrn als Arbeitgeber heute nicht mehr so durchgehen lassen: Da bekommen unverschämterweise alle den gleichen Lohn, obwohl sie unterschiedlich lange gearbeitet haben. Bei uns springt da schnell das Vergleich-Gerechtigkeits-Gen an.

Bei genauerem Hinsehen hat der Arbeitgeber allen das am Ende des Tages ausgezahlt, was er den Arbeitenden einzelvertraglich zugesagt hatte: Zwar allen das Gleiche trotz unterschiedlicher Leistung, aber individuell ist er jeweils vertragstreu geblieben, auch dem Malocher vom frühen Morgen..

Der Schlusssatz des Gleichnisses erklärt, was des Gutsherrn Absicht ist und macht es dadurch zu einem Gleichnis über das Himmelreich: „Bist du neidisch, weil ich gütig bin?“ Das macht Sinn, wenn man weiß, dass ein Denar der Betrag gewesen ist, der für die Ernährung eines Tages ausreichte. Meint: Es soll keiner Hunger leiden, nur weil es keine Chance gab, den ganzen Tag zu arbeiten, warum und weshalb auch immer.

In diesem Gleichnis kommt die grundsätzliche Einstellung Jesu zur Arbeit ins Wort – und damit ist dieser Text eine der Schlüsselpassagen der Katholischen Soziallehre.

Sei es drum: Am Sonntag werden in Deutschland durch Wahl die Abgeordneten des Deutschen Bundestags bestimmt. Nehmen Sie bitte Ihr Wahlrecht wahr, wie 71,5 % der wahlberechtigten Bevölkerung 2013 es taten. Ich wünsche mir, dass es mehr werden. Täuschen Sie sich bitte nicht: Es kommt auch auf Ihre Stimme an.

Liebe Grüße
Norbert Lübke
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 20,1-16a

Evangelium zum Sonntag

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen.

Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!

Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.

Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir.Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.

986. Gemeindebrief
17. September 2017
Lesejahr A -rg-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser,

„T´schuldigung!“ – Wie oft kommt Ihnen dies Wort eigentlich täglich über die Lippen?
Wenn man genau drauf achtet doch schon recht häufig. Häufig sind es ja Bagatellen, wo wir dies Wort verwenden. Der kleine Anstupser im Bus, der Rempler im Supermarkt, die 5 Minuten Verspätung...
Kleine Unachtsamkeiten, die in aller Regel keine tieferen Auswirkungen haben.

Dass wir uns bei diesen Dingen der Schuld entledigen wollen macht aber deutlich, dass wir immer noch ein Grundgefühl haben, was richtig und was falsch ist.

Dies Gefühl ist wichtig:
Wer nicht mehr weiß, dass er was falsch gemacht hat, verliert den Blick, was richtig ist.
Wer nicht mehr merkt, wo er dem Nächsten Ungutes tut, verliert den Blick für den Mitmenschen.

Vielleicht ist das der eigentlich Grund, warum Jesus sagt, wir sollen nicht nur 7 (=oft) sondern 77 (= unzähligmal oft) vergeben. Damit wir merken, wo Dinge falsch laufen und wir den Nächsten nicht aus dem Blick verlieren...

Sonntägliche Grüße
Rainer Gelhot
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 18,21-35

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!

Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Impressum Gemeindebrief St.Bonifatius:

Dieser Gemeindebrief kommt aus der Internet-Kirche St.Bonifatius in www.funcity.de.
Verantwortlich:
Bistum Hildesheim, Norbert Lübke, St. Jakobushaus, Reußstr. 4,
38640 Goslar, Tel.: 05321 3426-16

Anregungen und Rückmeldungen bitte an den jeweiligen Verfasser (siehe Namenskürzel in der Betreffzeile):
rg = Rainer Gelhot: rg@st-bonifatius-funcity.de
nl= Norbert Lübke: nl@st-bonifatius-funcity.de
jk = Julia Kühling: jk@st-bonifatius-funcity.de

Spendenkonto für die Internetkirche St. Bonifatius:
Kontoinhaber: Bistum Osnabrück
IBAN: DE80 4006 0265 0003 6960 03 ---- BIC: GENODEM1DKM (Münster, Westf)

Wenn Sie bei der Überweisung ihre Postanschrift angeben, wird Ihnen zum Jahresende automatisch eine Spendenbescheinigung zugesandt.

Weitere Infos zum Gemeindebrief (An- und Abmeldung etc.) www.st-bonifatius-funcity.de zu finden.

Mehr Infos gibt es hier:

Zur Onlinekirche
www.st-bonifatius-funcity.de
www.facebook.com/funcitykirche
www.twitter.com/funcityKirche