#GemeindebriefStBonifatius
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990. Gemeindebrief
15. Oktober 2017
Lesejahr A -nl-
>>ISSN 1611-9177<<
Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius,

„Das muss ich noch schnell erledigen, dann komme ich vorbei.“ Oder wie im Lied von Tim Bendzko: „Nur noch schnell die Welt retten, und gleich danach bin ich wieder bei dir.“ Aber dann mach ich das, was ich schon immer vorhatte. Es sei denn, es kommt etwas anderes dazwischen: „Sorry, kann ich nichts dafür, ist so. Was? Ich charakterschwach? Nee! Ich kümmere mich nur um das, was noch schnell gemacht werden muss. Sonst macht das doch keiner!“ Z. B. Mails checken …

Vielleicht kennen Sie so etwas – natürlich nur von anderen!

Um was kümmere ich mich wirklich? Einer Einladung zu einem biblischen Hochzeitsmal folgen (wie im Text des heutigen Evangeliums) oder schnell noch auf den eigenen Acker gehen – oder gar die Diener des Herrn drangsalieren (lesen Sie den biblischen Text!) und mehr.

Die Hochzeitsgesellschaft kommt dann ganz anders zusammen: Leute, die gar nicht auf der Liste standen, werden nun eingeladen, und das Fest geht richtig los für alle, die sich passend angezogen haben. Da ist doch einer, der keine passende Kleidung hat!

Hoffentlich haben Sie im praktischen und übertragenen Sinn die richtige, festliche Kleidung nicht nur im Schrank, sondern auch am Körper.

Falls Sie das Gegenexperiment machen wollen, gehen Sie mit schwarzem Anzug samt Einstecktuch, Lederschuhen und Fliege bei Sonnenschein am Strand entlang – oder alternativ in leichter Badekleidung ins Konzerthaus. Das wird flipp-floppen….

(Sie dürfen gern und selbstverständlich bei entsprechendem Geschmack auch weibliche Accessoires zum langen Schwarzen tragen.)

Auf jeden Fall aber: Lassen Sie die Finger von Ihrem E-Mail-Konto mit den 148 713 Mails. Das schaffen Sie nie, und Bendzko auch nicht! … Und das ewige Hochzeitsmahl zu verpassen? Bei diesem Gastgeber wäre das einfach nur unendlich schade.

Liebe festliche Grüße
Norbert Lübke
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 22,1-14

Evangelium zum Sonntag

Das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl

Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert (eingeladen zu werden). Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

989. Gemeindebrief
08. Oktober 2017
Lesejahr A -rg-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser,

Denken Sie bitte einmal genau nach: Wenn ich Sie frage, welche drei Werte Ihnen die wichtigsten für Ihr Leben sind, welche würden Sie nennen?

Und dann denken Sie bitte nochmals weiter: Wenn einer dieser Werte „Gerechtigkeit“ heißt, was würden Sie empfinden, wenn jemand aus Ihrer Sicht total ungerecht handelt?

Wenn Sie dann noch erfahren, dass der, der total ungerecht handelt (zumindest aus Ihrer Sicht jedenfalls), von sich behauptet Gottes Sohn zu sein, wäre dann bei Ihnen nicht auch mal das sprichwörtliche Maß voll?

Insofern kann ich die Pharisäer, Hohepriester und Schriftgelehrten verstehen. Jesus tritt ihnen immer wieder und mit voller Wucht auf die Füße. Er rüttelt immer und immer wieder an ihren Grundwerten und stellt sie immer und immer wieder in Frage. Damit nimmt er ihnen die Daseinsberechtigung. Das provoziert Streit und Zoff – keine Frage.

So auch im heutigen Evangelium. Mal wieder. Egal, was man aus dem Text an Bildern rauslesen kann oder wofür der Pächter, der Winzer, die Söhne, Knechte und der Besitzer stehen. Jesus versucht die Augen zu öffnen für eine andere Wertevorstellung.

Und was hat das mit mir zu tun? Ich hatte in dieser Woche ein Treffen, wo es um die Frage nach neuen Wegen in der Seelsorge ging. Und wie so oft prallten dort unterschiedliche Denkweisen und Sichtweisen aufeinander. Im Nachklang des Gespräches schaue ich ganz anders auf die heutige Bibelstelle.

Vielleicht braucht es immer wieder Menschen, die meine Werte in Frage stellen, damit ich sie nicht absolut setze. So Aufrüttler, Infrage-Steller, Kopf-Verdreher... So jemanden, wie Jesus.

In diesem Sinne...

Sonntägliche Grüße
Rainer Gelhot
Redaktion
GemeindeBrief

Evangelium: Mt 21,33-44

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?
Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen.
Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.
988. Gemeindebrief
01. Oktober 2017
Lesejahr A -jk-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius in funcity.de,

die Tage bin ich durch die Fußgängerzone gelaufen. Geschäftiges Treiben überall, ich laufe von einem Geschäft zum nächsten, bin auf der Suche nach … ja nach was genau weiß ich eben auch nicht. Irgendwas Neues. So laufe ich von einem Geschäft zum nächsten und merke, dass ich immer unzufriedener werde, weil mir nichts so richtig gefällt. Ich löse mich aus dem Treiben und denke erstmal nach. Was fehlt mir eigentlich?
Eigentlich habe ich alles. Eigentlich habe ich sogar viel zu viel. Viel mehr als ich überhaupt brauche. Und anstatt dankbar dafür zu sein, ertappe ich mich dabei, dass es mich unzufrieden macht und ärgere mich dann über mich selbst. Dann muss ich doch grinsen, weil es so paradox ist. Wie kann man denn bitte unzufrieden sein, wenn man alles hat, was man gerade so braucht? So stehe ich da und denke mir: Ich sollte doch dankbar sein. Schließlich ist der Kleiderschrank voll, ich habe eine tolle Familie und liebe Freunde, die Wohnung ist warm, der Kühlschrank ist ebenfalls gefüllt, die Zusammenarbeit mit Menschen in meinem Beruf trägt Früchte und auch sonst geht’s mir gar nicht schlecht. Klar, besser geht es immer, aber ich habe allen Grund um Danke zu sagen. Nachdem ich also irgendwo zwischen Schuhladen und Brillenstudio in Gedanken die Inventur meines Lebens abgeschlossen habe, kommt mir das Erntedankfest in den Sinn: Wir sagen damit in guter, langer Tradition Danke für die Ernte des Jahres und damit muss nicht nur die Ernte auf dem Feld gemeint sein, sondern kann auch die Früchte meinen, die wir im übertragenen Sinne in unserem Leben ernten dürfen. Es geht nicht um ein einfaches Hinnehmen, dass etwas gut geworden ist, sondern darum dafür dankbar sein zu können.
Dann lächle ich und bin dankbar für meine ganz eigene Ernte.

Herzliche Grüße und Einladung zum ganz persönlichen Erntedankfest, Julia Kühling
RedaktionGemeindebrief

P.S. In der neuen Ausgabe der Einheitsübersetzung hat sich in die Bibelstelle vom heutigen Sonntag ein Fehler eingeschlichen. Vielleicht bemerkt der ein oder andere den Fehler.

Evangelium: Mt 21,28-32

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.
987. Gemeindebrief
24. September 2017
Lesejahr A -nl-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius,

die im Evangelium beschriebene Verhaltensweise würde man dem Gutsherrn als Arbeitgeber heute nicht mehr so durchgehen lassen: Da bekommen unverschämterweise alle den gleichen Lohn, obwohl sie unterschiedlich lange gearbeitet haben. Bei uns springt da schnell das Vergleich-Gerechtigkeits-Gen an.

Bei genauerem Hinsehen hat der Arbeitgeber allen das am Ende des Tages ausgezahlt, was er den Arbeitenden einzelvertraglich zugesagt hatte: Zwar allen das Gleiche trotz unterschiedlicher Leistung, aber individuell ist er jeweils vertragstreu geblieben, auch dem Malocher vom frühen Morgen..

Der Schlusssatz des Gleichnisses erklärt, was des Gutsherrn Absicht ist und macht es dadurch zu einem Gleichnis über das Himmelreich: „Bist du neidisch, weil ich gütig bin?“ Das macht Sinn, wenn man weiß, dass ein Denar der Betrag gewesen ist, der für die Ernährung eines Tages ausreichte. Meint: Es soll keiner Hunger leiden, nur weil es keine Chance gab, den ganzen Tag zu arbeiten, warum und weshalb auch immer.

In diesem Gleichnis kommt die grundsätzliche Einstellung Jesu zur Arbeit ins Wort – und damit ist dieser Text eine der Schlüsselpassagen der Katholischen Soziallehre.

Sei es drum: Am Sonntag werden in Deutschland durch Wahl die Abgeordneten des Deutschen Bundestags bestimmt. Nehmen Sie bitte Ihr Wahlrecht wahr, wie 71,5 % der wahlberechtigten Bevölkerung 2013 es taten. Ich wünsche mir, dass es mehr werden. Täuschen Sie sich bitte nicht: Es kommt auch auf Ihre Stimme an.

Liebe Grüße
Norbert Lübke
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 20,1-16a

Evangelium zum Sonntag

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen.

Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!

Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.

Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir.Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.

986. Gemeindebrief
17. September 2017
Lesejahr A -rg-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser,

„T´schuldigung!“ – Wie oft kommt Ihnen dies Wort eigentlich täglich über die Lippen?
Wenn man genau drauf achtet doch schon recht häufig. Häufig sind es ja Bagatellen, wo wir dies Wort verwenden. Der kleine Anstupser im Bus, der Rempler im Supermarkt, die 5 Minuten Verspätung...
Kleine Unachtsamkeiten, die in aller Regel keine tieferen Auswirkungen haben.

Dass wir uns bei diesen Dingen der Schuld entledigen wollen macht aber deutlich, dass wir immer noch ein Grundgefühl haben, was richtig und was falsch ist.

Dies Gefühl ist wichtig:
Wer nicht mehr weiß, dass er was falsch gemacht hat, verliert den Blick, was richtig ist.
Wer nicht mehr merkt, wo er dem Nächsten Ungutes tut, verliert den Blick für den Mitmenschen.

Vielleicht ist das der eigentlich Grund, warum Jesus sagt, wir sollen nicht nur 7 (=oft) sondern 77 (= unzähligmal oft) vergeben. Damit wir merken, wo Dinge falsch laufen und wir den Nächsten nicht aus dem Blick verlieren...

Sonntägliche Grüße
Rainer Gelhot
Redaktion GemeindeBrief

Evangelium: Mt 18,21-35

Evangelium zum Sonntag

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!

Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

985. Gemeindebrief
10. September 2017
Lesejahr A -jk-
>>ISSN 1611-9177<<

Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefes aus der Internetkirche St. Bonifatius in funcity.de,

es ist Sommer. Die Cafés sind gefüllt mit den unterschiedlichsten Menschen. Sie sitzen sich gegenüber und ich frage mich manchmal im Vorbeigehen, ob sie physisch zwar gemeinsam dort sitzen aber sich doch irgendwie einsam fühlen. Weil sie zwar nicht alleine sind aber gedanklich nicht beim Gegenüber, sondern bei sich selbst. So gemeinsam einsam halt.

Es gehört Mut dazu ehrlich über Dinge zu reden, die Konsequenzen für das eigene Leben haben. Egal ob es um eine berufliche Veränderung oder gemeinsame Entscheidungen in der Partnerschaft oder in anderen Beziehungskonstellationen geht. Es geht um ein gemeinsames Ringen darum, was zu tun ist. Was hat das mit Gott zu tun? „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Oft freudig im Gottesdienst, auf Freizeiten oder Klausurtagungen besungen, frage ich mich: Was heißt das dann überhaupt? In seinem Namen versammelt sein?

Für mich passiert das genau dann, wenn wir mal hinter die Fassade blicken. Wenn ich bereit bin den anderen ernst zu nehmen und mich für seinen Standpunkt interessiere. Wenn ich verstehen will. Wenn aufgebaute Mauern bröckeln und man sich eingesteht, was man selbst eigentlich will und wer man ist. Wenn man sich demaskieren kann. Wenn man echt ist. Dann ist da auch Gott.

Er will nicht, dass wir gemeinsam einsam sind. Da bin ich mir sicher.

Sonntägliche Grüße,
Julia Kühling
RedaktionGemeindebrief

Evangelium: Mt 18,15-20
Impressum Gemeindebrief St.Bonifatius:

Dieser Gemeindebrief kommt aus der Internet-Kirche St.Bonifatius in www.funcity.de.
Verantwortlich:
Bistum Hildesheim, Norbert Lübke, St. Jakobushaus, Reußstr. 4,
38640 Goslar, Tel.: 05321 3426-16

Anregungen und Rückmeldungen bitte an den jeweiligen Verfasser (siehe Namenskürzel in der Betreffzeile):
rg = Rainer Gelhot: rg@st-bonifatius-funcity.de
nl= Norbert Lübke: nl@st-bonifatius-funcity.de
jk = Julia Kühling: jk@st-bonifatius-funcity.de

Spendenkonto für die Internetkirche St. Bonifatius:
Kontoinhaber: Bistum Osnabrück
IBAN: DE80 4006 0265 0003 6960 03 ---- BIC: GENODEM1DKM (Münster, Westf)

Wenn Sie bei der Überweisung ihre Postanschrift angeben, wird Ihnen zum Jahresende automatisch eine Spendenbescheinigung zugesandt.

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